Wenn Ihr uns nicht träumen lasst

lassen wir Euch nicht schlafen.

Am frühen Morgen des Dienstages waren sie da. Zweihundert Polizeibeamte vertrieben rund 17 Personen vom Gelände der Fromme 2, zäunten dieses ein und ließen drei Wachhunde zurück. Die angrenzende Garage hatte man bereits dem Erdboden gleich gemacht. Drei Monate vor den Lüneburger Kommunalwahlen, unklug, das übliche Verfahren. Schlagstöcke, Pfefferspray und ein Räumungsbefehl. Etwas mehr Originalität hätte man sich schon erhofft, beispielsweise ein Gespräch am runden Tisch. Aber welcher Sallier gibt sich schon mit kleinen Leuten ab wie den Besetzern der Fromme 2. Also immer feste druff, diesmal allerdings zum falschen Zeitpunkt und vor allem: Am falschen Ort.

Dies wird sicher ein heißer Sommer werden. Denn die Bewohner des angegriffenen Viertels haben die Kanne gestrichen voll. Eines der liebenswertesten Viertel Lüneburgs ist dem Albtraum aus Glas, Stahl und hässlichen 0815 Fassaden seit heute morgen einen Schritt näher gerückt. Aber die Menschen dort lieben ihr kleines Viertel, ihren heimeligen Kiez. Und wenn Menschen etwas lieben, dann sind sie bereit, dafür zu kämpfen.

Dies heißt aller Vorraussicht nach, dass die nächsten Aktionen sich in Richtung OB Mädge bewegen werden. Hat er doch schließlich als guter Freund Salliers der Gentrifizierung seiner Stadt zugestimmt und dabei die Wohn- und Gewohnheitsrechte vieler alteingesessener Bewohner dem Profit eines einzigen Maklers geopfert. Freunde hat er sich damit nur unter den Reichen gemacht. Arme gehen allerdings auch wählen und sind der Mädgeschen Klientel zahlenmäßig haushoch überlegen. Wer als OB nur einen kleinen Teil der Bewohner seiner Stadt vertritt, denn ganzen Rest jedoch nicht nur im Stich lässt, sondern auch noch verkauft, muss mit Gegenwind rechnen.

Der Albtraum eines SPDlers ist ein politischer Angriff von links, jener Richtung, in der die einstige Volkspartei ihren Anfang nahm. Nachdem sie registrierte, dass das Geld rechts wohnt, ist sie diesem hinterher getrottet und wohnt jetzt mit diesem gemeinsam im menschlichen Ödland. Man könnte daher annehmen, dass Mädge, wie die allermeisten SPDler, seine Seele dem Teufel verkauft hat und das schon schon vor langer, langer Zeit. Deshalb ist er OB, ohne Befund (keine Seele). Bei Sallier ist das anders. Der ist bereits so zur Welt gekommen und kennt nichts anderes. Gemeinsam ist beiden indes: Als Einzelfiguren sind beide Symbole für das was unausweichlich scheint. Die Welt benötigt dringend einen Neustart. Wenn es weitere zwanzig Jahre dauert, bis etwas passiert, dann ist es zu spät, denn dann gibt es nichts mehr, was zu erhalten sich lohnen würde. Selbst der Grund für diese aberwitzige Verwüstungsorgie, das Geld, ist bereits in kurzer Zeit wertloser als Dreck. Aus diesem wächst wenigstens noch etwas zu Essen. Wenn die LINKE in Lüneburg nicht im Stande sein sollte, aus dieser Situation politisches Kapital zu schlagen, dann hat sie es verdient, für alle Zeiten in der politischen Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Kurzum, es wird unruhig werden in Lüneburg. Demonstrationen werden sich auf das Lüneburger Rathaus zubewegen, Mädges Name wird skandiert werden, wenn auch wenig freundlich, und Sallier hat einmal mehr bewiesen, dass er das ist, wofür ihn alle halten. An dieser Stelle folgt ein G, wie Geschäftsmann, denn seine Geschäfte werden auch weiterhin gut laufen. Ob sich das auf künftige Amtsgeschäfte Mädges ebenfalls anwenden lässt, bleibt abzuwarten.

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2 Antworten zu “Wenn Ihr uns nicht träumen lasst

  1. hey, mein herz schlaegt sicher eher fuer euer anliegen als fuer das saliers… wahrscheinlich machen mich saetze wie: „… bei salier ist das anders. der ist so zur welt gekommen“ gerade deshalb etwas traurig. solch ein starres und kaum haltbares menschenbild macht es euren traeumen sicher nicht leichter realitaet zu werden.

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