Ein Besetzungstagebuch…Teil 1: Montag-Dienstag

anonym und in fortlaufenden Teilen:

hier der erste:

MONTAG 27.6.:
der erste heiße und mal wieder trockene Tag. Wie immer Hausrat früh morgens. Kaum steht die Teestube wieder einigermaßen, kommt Radio FFN, bleibt noch lange nachdem das Mikro aus ist und nimmt jede Menge Sympathie mit. Da ich die Strategiegespräche schwänze hab ich nur eigenes Programm: Rattanfüßböden verlegen auf der Terasse. Dann setzt das große Schuhe-ausziehen wieder ein. Da die Diskussion über den erheblichen Drogenfund vom vortag wieder auflebt – komme ich zu nix.
Zapata und ich köpfen um ein Haar den Informationsminister.
Die Gang – Oma hüpft fröhlich quiekend zwischen ihrem jugendlichen Liebhaber und dem Hängematten-Druiden hin und her. Dis der Weise vom Berg dazutritt, dessen Nachwuchs für den swingenden…naja E-Swing Track „Frommestraße“ verantwortlich ist ( gemeinsam mit der menschlichen Melodie).
Dann chillen alle ne Runde erwachsen, nur verhalten grinsend.
Was es zu essen gab – hab ich vergessen, aber sicher gab es was. Der Containergott und sein Rudel lassen uns nie hängen. Der scheue Künstler, dessen Töne mich immer wieder reizen, traut sich von einer ihm fremden ein Nasenreiben zu verlangen. Dieser Platz macht Menschen stark! Ich manchmal auch =)
Bin als Souffleur gefragt wie selten. L. schläft im Park unter einem Baum, als Rose anklopft und mich aus einer fruchtlosen Disko reißt, um mir von der morgendlichen Räumung zu erzählen.
Ich leite weiter und gemeinsam leiden wir. Der Infominister beschließt nochmal beim Feind vorzusprechen. Ich heize ins Internetcafé um zu posten weil unser Internet im Kino ist… MIT…. aber egal.
Am Rechner – Gel vergessen, zurück. Wieder los, gepostet und bei meiner Rückkehr haben wir das Gerücht aus 6 verschiedenen Quellen. Also sicher: morgen um 6.30 kommen sie. 2 Hundertschaften aus Hannover. Die menschliche Melodie und der reisende Barde jammen im Teezimmer und legen auf mein betteln nochmal richtig los und ich habe bis 3 Uhr Tränen der Freude in den Augen statt bittere des Abschieds. Danke Jungs!
Aber sie haben selber jede halbe Stunde inne gehalten und unisono „wow“ gemeint =)
Dann bis 6.23 in gefühlter Zeitlupe sortiert und weggetragen =( Der erste Support kommt gegen 5. Auch hier: Danke euch!
Ich sitze kaum 10 Minuten in der Liegestuhlecke, die ich im Park gegenüber eingerichtet hab und versuche etwas zu essen und wie immer Andere zu füttern, da kommt der Ruf: „Es geht los!“

DIENSTAG 28.6.:

Mehrere Mannschaftswagen halten hintereinander an den Absperrungen und aus ihnen strömen mit militärischer Präzision Einsatzkräfte. Wie 2 Perlenschnüre, im Laufschritt. Die Beine bis zu den Knien extra gepanzert, mit Helm und Schild.
Wir sind ein bunter Haufen, vielleichtz 40-50 Leute. Wenige auf dem Grundstück, die meißten auf der Straße. Eine flitzen schnell noch aufs Gelände, andere wichen zurück in den Park. Ein paar versuchen sitzend den Eingang zu blockieren, die Staatsgewalt verschafft sch Zutritt. Sie laufen einfach drüber. Ich werfe mich dazu. Trotz erschreckender Brutalität geht alles glimpflich aus, bis ich aus Entrüstung darüber, so machtlos zu sein, einem das Bein umklammere. ZACK hab ich einen dezenten Hieb in der Seite, sehr professionell.
Die Luft ist gleich wieder da, mit ihr die Wut, Die Enttäuschung, die Ohnmacht, und wir schreien. Der Ent quetscht die Kommode und wir… tbc…

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