Feiern mit Stil

Frommestraßenfest 2011

Seit vielen Jahren schon findet es alljährlich statt und von Jahr zu Jahr wird es besser, das Frommestraßenfest. So auch dieses Jahr. Der Lüneburger Kiez gab sich ein Stelldichein und organisierte teils unorganisiert und dennoch treffsicher das Straßenfest im Straßenviertel.

Die rund 350 Besucher, die sich auf der Wiese im Scunthorp- Park trafen, bekamen ein deluxe Musikprogramm geboten. Von Rock, Punkrock und Jazz über Reggae bis Hip Hop reichte das gehaltvolle Line Up, für jedeN war etwas dabei. Auch Kolkhorst nebst Gitarre gab sich die Ehre und veranstaltete eine spontane Jam- Session. Dazu: Zweimal Beat-Box und ein Digde. Hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht.

Wie jedes Jahr zeigte sich auf der Festwiese auch in diesem Jahr ein gesunder Querschnitt durch unterschiedlichste Bevölkerungsschichten und Szenen. Eine mittlerweile grauhaarige Altachtundsechzigerin tanzte neben jungen, bunten Leuten zu Klängen, die teils so krachig waren, dass kaum jemand einen solchen Musikgeschmack bei der gutsituiert wirkenden Dame vermutet hätte. Unter den Zuschauern fanden sich gleichermaßen Malocher, Arbeitslose, Rentner, Kinder, bunte Vögel, Spießer, von Franzi Bemalte, Gutbetuchte, Schlechtbetuchte, Anwohner, Angereiste, Zufallsgäste, Schwarze, Weiße, Grüne, Rote und auch ein paar Blaue.

Der Flohmarkt fiel dieses mal etwas mager aus wegen der Konkurrenz auf den Sülzwiesen. Zudem versprach der Himmel kein klassisches Flohmarktwetter. Dennoch haben alle Ständler irgendwie ihren Umsatz gemacht. Ebenso wie die Stände, die Kaffee und Kuchen, Fallafeln, frischgebackenes Fladenbrot oder Spritzgebäck zum Spendentarif anboten. Dazu ein Kräuter- und Knoblauchdip, der allen die Augen gen Himmel verdrehte, so lecker. Nicht zu vergessen Matzes Kartoffelsuppe, deren Duft die Leute scharenweise anlockte, sobald der Topfdeckel geliftet wurde. Nicht zum Spendentarif aber umso besser besucht war die Garage mit dem Getränkestand. Ein reichhaltiges Angebot stand den Gästen zur Verfügung. Seitdem weiß ich, dass es Melonen- Limo gibt. Zudem überwog der Anteil an nicht alkoholischen Getränken bei weitem. Dafür gab’s echtes Bio- Bier.

Zur fortgeschrittenen Stunde hatte der Blauanteil unter den Gästen sich deutlich vergrößert. Die Stimmung wurde ausgelassener und mit hereinbrechender Dunkelheit kamen neben den Ohren dann auch die Augen zu ihrem Vergnügen. Eine erstklassige Feuershow zu treibenden Trommelrhythmen versetzte die Zuschauer in eine andere Welt. Manche konnten den Blick nicht abwenden, andere nicht aufhören zu tanzen. Das Lüneburger Stadtfest kann da nicht ansatzweise mithalten. Und damit kommen wir zum Wetter. Während es beim Stadtfest regelmäßig regnet, weil die Schlauberger, die es organieren, den Termin jedes Jahr auf die Hundstage legen, blieb es beim diesjährigen Frommefest, so wie jedes Jahr, teiltrocken. Es ist ein Kompromis, den die Veranstalter jedes Jahr erneut mit den Regenwolken aushandeln. Ein bisschen ja, aber nicht soviel, dass die Leute abhauen. Und wenigstens dreimal die Sonne für wenigstens eine halbe Stunde. Dafür darf es dann am darauffolgenden Aufräumsonntag durchgehend nieseln. Der Deal steht so schon seit Jahren.

Im Anschluss an die Parkparty ging es weiter im Klatsch. Schilderungen von Überlebenden zufolge lag die Luftfeuchtigkeit bei etwa 97 Prozent, die Temperaturen bei etwas über 40 Grad und die Lautstärke erinnerte an das Innere einer laufenden Düsenturbine. Der Aktionsradius der stehenden Gäste soll bei etwas über 30 Quadratzentimeter gelegen haben, nachdem die erste Hälfte von ihnen gegangen war. Ach ja, und wie jedes Jahr gab es Polizeibesuch und die Androhung, die Anlage mitzunehmen, wenn die Leute nicht aufhören zu trommeln. Okay, das leuchtet ein – und danke für die Warnung. Die Anwohner waren wie immer genervt von der Livemusik, allerdings nur die, die nicht mitfeiern wollten. Der erste Meckeranruf ging etwa gegen 13 Uhr ein. Alle anderen hatten ihren Spaß bis ungefähr drei Uhr am Sonntag Morgen. Ein Teil der Gäste bewies mehr Stehvermögen und verröchelte erst gegen sechs Uhr morgens. Dann lag wieder Frieden über dem nächtlichen Straßenviertel. Ungefähr fünf Stunden lang, denn dann kamen bereits die ersten Helfer um aufzuräumen und Kaffee zu kochen, mit dem sie die Zeltleute und andere wiederbelebten. Ganz normal, wie jedes Jahr.

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