Hintergrundinfo zwischendurch

Zeit für eine kleine Zwischeninfo:
Die Frommehäuser haben eine lange und aufregende Geschichte hinter sich. Und es gibt viele viele viele ehemalige Bewohnerinnen.
Dank der Nähe zum Wendland wurden in den Häusern bereits mannigfache Konstruktionen entwickelt. So zum Beispiel die berühmte „rolling mary“ oder der abgefahrene „rumpling pete“ – beides Konstruktionen zum Anketten an Schienen mit Kugellager und etlichem technischen Zeugs, die die Polizei immer wieder ins Grübeln brachten. Das ist jetzt Jahre her… aber immer noch schön!

Und auch deshalb und wegen sowas – wir bleiben!

Thats the sound of the police…

Sehr sehr lautes Rummsen im Haus.  Kommt das vom Nachbarhaus?

Polizist vor Garage. Leute auf Garage.

Und im ersten OG wurden die Balkontüren von der Polizei gesmasht. Erste Menschen aus dem 1. OG werden rausgebracht. Eine Person sitzt noch auf dem Balkon.

Aber im 2. OG: das kann wohl noch dauern, was? So eng und schief die Treppenhäuser hier. Und so gut geputzt! Und erst das 3. OG…

Vor dem Haus: „Häuser denen, die drin wohnen!“ „Fromme bleibt!“ – und Musik! Viel Solidarität! Immer wieder Sprechchöre.

Und immer noch Musik: „Salier hat einen Deal gemacht – zusammen mit der Stadt, da machen wir sie platt…“

Wir bleiben.

Polizei vor Haus – dahinter sitzen noch die Musikantinnen.

 

 

 

Erklärung zur Besetzung

Es sind Leute im Haus, die besetzen: Das ist die *Notgemeinschaft*
Hier ihre Erklärung von heute morgen 3:00 Uhr.

„Die Hausnummer 4 der Frommestraße in Lüneburg ist seit heute Nacht besetzt!
Wir lassen uns nicht vertreiben und bleiben alle!
Abrisswahn jetzt VERHINDERN! Mietenwahnsinn JETZT STOPPEN!

Wir fordern:
– Die sofortige Aufhebung der Nutzungsuntersagung durch die Stadt Lüneburg
– Den Erhalt der Frommestraße 4 und des umliegenden Quartiers
– Ein neues Gutachten für die Frommestraße 4, durchgeführt von einem
Prüfstatikerbüro, welches wir uns selbst aussuchen; finanziert von der Stadt
Lüneburg
– Den Erhalt und die Schaffung von günstigem Wohnraum in der Lüneburger Innenstadt
– Keine strafrechtlichen Folgen für die Besetzer_innen!

Bereits seit dem 1. November ist den Bewohner_innen und Unterstützer_innen die
Nutzung des Hauses untersagt, das Haus soll abgerissen werden.
Wir werden das nicht akzeptieren!
Wir haben uns in der Vergangenheit politisch und mit praktischen Aktionen zur Wehr
gesetzt, um die Räumung und den Abriss der Frommestraßen-Häuser zu verhindern.
Trotzdem wurde die Nr. 2 bereits abgerissen, die Nr. 5 diesen Sommer geräumt.

Die Stadt begründet die Nutzungsuntersagung und Abrissverfügung mit der
„Gefahr für Leib und Leben aller“ die das Haus nutzen.
Das ist völliger Unsinn!
Denn: Hausbesitzer Sallier hat dieses Jahr Miete kassiert doch nichts mehr
für das Haus getan  – das Haus wurde aber 2004 statisch saniert.
Laut neuestem Gutachten ist die Standsicherheit des Hauses noch für die kommenden 11
Jahre gewährleistet.

Auch wenn wir wütend sind, da wir hier über Jahre verarscht wurden und am eigenen
Leib erfahren mussten, dass die Profitinteressen eines Investors der Stadt mehr
bedeutet, als die Bedürfnisse der Menschen, ist die Frommestraße für uns auch ein
Beispiel par excellence.
Für die Stadtentwicklungsprosesse hier in Lüneburg und anderswo.
Die Mieten in der Innestadt Lüneburgs sind für die Meisten nicht mehr bezahlbar!
Mietobjekte werden immer mehr zu Spekulationsobjekten der Geldjongleure. Menschen
die keinen finanziellen Mehrwert schaffen werden verdrängt.
Dieser menschenfeindlichen Verwertungslogig stellen wir uns entschieden entgegen!

Wenn in der Frommestrasse in den nächsten Tagen Menschen verletzt
werden, wird nicht die Bausubstanz des Hauses Ursache sein, sondern
die Anwendung unmittelbaren Zwangs, der den Bewohner_innen von der
Stadt schon vorsorglich angedroht wird.
Schon bei der Räumung der Nr. 2 sorgten hochmotivierte Polizei-Einheiten mit ihrem
Einsatz für Verletzungen.
Der kommende Poleieinsatz wird der Vierte große in der Frommestraße sein.
Wir befürchten auch dieses Mal ein gewaltsames Vorgehen der Polizei.
Die reale und strukturelle Militanz und Gewaltbereitschaft von Polizei und Stadt ist
Normalzustand geworden!

Wir wollen eine Demokratisierung der Stadtentwicklung vorantreiben.
Alle Bewohner_Innen Lüneburgs müssen über die Entwicklung der
Stadt mitbestimmen dürfen.
Kreativer Widerstand ist jetzt gefragt!

Fromme ist, Fromme bleibt, Fromme fights!“

Begegnung der ersten Art

Wir bleiben. Fromme um 7 Uhr.

700 Uhr:Erste Einsatzwagen halten. Die ungebetenen Gäste steigen aus. Stehen rum. Fahren weiter. Sind wohl nochmal zur Einsatzbesprechung.

730 Uhr: Die Polizei hat vor dem Haus locker abgesperrt. Es sind noch Leute hinter der Absperrung und davor.

Im Park gute Stimmung

Im Haus auch. Grüße von Herzen von den Leuten drinnen: „Wir bleiben! Fromme bleibt!“

Putztage!

In Hamburg feiern die Barrikadentage heute Geburtstag und wir gratulieren!

Außerdem gibt es eine „Mietenwahnsinn stoppen!“ – Demonstration. Leute von hier waren natürlich auch da. Wir dokumentieren einen Redebeitrag der Anwohnerinnen-Ini „Schwarze Rosen Lüneburg“:

„Am Montag wird die Stadt dann versuchen, zu räumen! Wir werden deshalb nicht mehr nur Unterschriftenlisten sammeln. Am Montag wird das Spielfeld das Haus, der Platz vor dem Haus – und die ganze Stadt sein!“ Hier der ganze Redebeitrag.

Heute abend Samstag gibt es in der CaFHete an der ehemaligen FH im Keller einen Fromme-Soli-Kulturellen-Kneipenabend! – danke dafür!

Morgen abend Sonntag ab 18:00 Uhr gibt es im Haus ein offenes Info- und Aktionsplenum für alle – wir freuen uns auf euch!

(Weitere Infos kommen sicherlich auch noch vorher hier über die Seite – dennoch wär es cool, wenn ihr direkt als reale Personen vorbeikommt und nicht nur als Klick in einer Statistik.)

Nacht von Sonntag auf Montag: gespannte Ruhe. Wir freuen uns über Übernachtungsgäste. Keine Party, sondern Erwartung des Morgengrauen. Die unbeliebten und ungebetenen Gäste in Grün und Schwarz und mit Visier treten gehäuft in den sehr frühen Morgenstunden auf. Seid da lieber schon im Haus bei uns!

Montag: „Tell me why I don’t like mondays.“  –  Aber geht wohl nicht anders gerade. Wer morgens keine Zeit hat: Um 18:00 Uhr ist noch ein Treffen im Anna und Arthur – dort wird es weitere Geschichten geben, die zu besprechen und zu machen sind.

Immer schön korrekt bleiben!

  • Es trafen allerhand Beschwerden über die Objektivität des letzten Posts „Tapetenwechsel“ ein. Also Richtigstellung: Die Wände werden im Moment nicht weiß, sondern eierschalenfarben abgetönt. Außerdem vergaß die Korrespondentin von Frommebleibt zu erwähnen, dass nicht nur die Wände ausgebessert, sondern auch der Boden gewienert und gebohnert wird! Das ist eine Menge Arbeit! Herrn Salier und den Ordnungsbehörden wollen wir untertänigst das Haus erst übergeben, wenn hier auch alles fein ist. Sauber! Es wird sicherlich alles so laufen, wie Sie es sich vorgestellt haben!
  • Vielen Dank auch an die Hilfe der Stadt bei der Suche nach Wohnungen für die Bewohner_innen, die innerhalb von wenigen Wochen – notfalls auch „unter Anwendung unmittelbaren Zwanges“ –  aus dem Haus sollen! Der extra für uns bestellte Herr W. gibt gute Beratung und macht sich stark! Gestern riet er uns zum Beispiel auf telefonische Nachfrage, mal bei einer Genossenschaft anzurufen, ob die noch was frei haben: „Sonst fällt mir jetzt auch nichts sein…Hm. Hm.“ Ja super! Es gibt nicht nur ein Recht auf Stadt! Es gibt auch ein Recht auf Stadtverwaltung! Jawoll!
  • Allerletzter Dank von hier aus an Campus e.V und die Angebote, im Anna-Vogeley-Heim unterzukommen! Besonders auch für den Hinweis, nicht in die Böden der dortigen Zimmer zu bohren, weil der Boden stark schadstoffbelastet ist!